(55,0) (54,0) (53,0) (52,4) (51,0) (50,0) (49,0) (48,0) (47,0) (46,0) → (45,0)

Dienstag, 29. Januar 2013

Frohes Neues!

Jaja, mich gibts noch. Ich bin hier! Nicht zu übersehen mit den fetten 54kg. 54.1, um genau zu sein. Seit über einer Woche. Aber die Schoki, die ich esse hilft da halt auch nicht. Vielleicht aber das 20-Minuten-Workout, das ich tatsächlich vorhin gemacht.
Eigentlich soll das hier gar kein Post werden, da es viel zu viel zu erzählen gäbe und ich schon längst wieder ins Bett müsste. Aber wenn ich einmal anfange zu schreiben, dann dann fangen die Worte einfach an zu fließen...

Wenn ich am Spiegel in meinem Zimmer vorbeilaufe, denke ich oft 'hey, du bist doch dünn' und dann denke ich an die Zahl und denke, nee, kann nicht sein. Ist nur das Licht. Und dann denke ich, ob es vielleicht auch eine "negativ verzerrte" Selbstwahrnehmung gibt. Also dass man sich dünner sieht, als man eigentlich ist.
Außerdem denke ich oft, dass ich noch so viel zum an-mir-arbeiten hätte.. Mein Selbstwertgefühl ist immer noch im Keller unterm Keller. Vieles ist besser geworden, das will ich nicht verleugnen. Aber vielleicht fallen mir deshalb die verbleibenden schlechten Sachen noch stärker auf. 
Wenn mich bloß jemand in der Bahn länger als zwei Sekunden anschaut, denke ich den gesamten Tag darüber nach, was an mir falsch ist. Ob mein Schal doof aussieht. Ob meine Haare komisch liegen. Oder ich was im Gesicht habe. Und dann schaue ich in den Spiegel (ich muss in alle spiegelnden Flächen schauen! Alle!) und sehe nichts. Also nichts negatives oder hässliches. Ich finde mich ja sogar fast hübsch. Und dennoch grübel ich darüber nach, warum derjenige mich angeschaut hat. Warum haben mich gestern so viele Menschen angestarrt? Ich hatte sogar das Gefühl, sie drehen sich extra um, um mich anzustarren. Ich werde schon völlig paranoid.. Und genau an dem Punkt denke ich dann immer, ob ich nicht wieder in Therapie müsste. Also rein logisch betrachtet.  
Außerdem ist mir bereits wiederholt aufgefallen, dass ich einfach viel viel viel zu leise rede! Mehrfach mussten Kassierinnen schon nachfragen, was ich gesagt habe, als ich um den Bon gebeten habe. Mir wurde mehrfach gesagt, dass ich so leise rede. Tja. Ich will einfach nicht, dass alle mich hören. Ich will nicht im Mittelpunkt stehen (als ob ich das tun würde, wenn ich normal reden würde...), ich will nicht, dass mich alle anstarren. Wo wir wieder beim Punkt oben wären. 
Meine Variante einer solchen Situation sieht folgendermaßen in meinem Kopf aus: Ich rede in normaler Lautstärke (nein, ich schreie), ich stehe im Mittelpunkt, alle drehen sich zu mir um, alle starren mich an und dann überlege ich wieder den ganzen Tag, warum mich alle anstarren und was denn bloß falsch mit mir ist. Also rede ich das nächste Mal lieber so, dass mich gar nicht erst wer versteht. Ziehen Sie über Los und machen das gleiche Spiel von vorne. Geile Logik. 
Außerdem traue ich mich immer noch nicht, im Bus oder Zug was zu essen, was aus mehr als zwei Einzelteilen besteht. Ein trockenes Brötchen, ok, obwohl selbst das schon schwierig ist, weil ich ja hinterher überall Krümel haben könnte. Aber ein belegtes Brötchen? Oder eine Apfeltasche, die krümelt wie sau? Neee, das geht nicht. Das Szenario: Ich packe umständlich das Brötchen aus, dabei fällt mir schon die Hälfte auf die Jacke. Ich knister laut mit der Tüte, weshalb sich wieder alle zu mir umdrehen und mich anstarren. Außerdem könnte sich wer gestört fühlen durch das ohrenbetäubende Rascheln. Ich reiße meinen Mund auf und will in das Brötchen beißen, aber es ist zu groß und ich brauche ewig für den ersten Bissen. Ich krümel rum und alles landet in meinen Haaren, was ich aber nicht bemerke und weshalb mich später die Leute wieder für anstarren. So ginge das Bissen für Bissen weiter, während ich nur verschämt aus dem Fenster schaue oder blooooß keinem anderen in die Augen oder in die Nähe von Gesichtern, sodass die anderen denken könnten, ich starre SIE an. Also lasse ich Essen in öffentlichen Verkehrsmitteln bleiben und freue mich, wenn ich bei Hunger alleine im Bus sitze.
Oftmals glaube ich, ich habe irgend so eine Persönlichkeitsstörung. Die ängstlich-vermeidende, zum Beispiel. Wie ihr oben seht, ist Angst mein zweites Ich und Vermeidung von eventuell-es-könnte-ja-schlimm-werden-Situationen ebenfalls. Oder aber die abhängige. Wobei da nur zutreffen würde, dass ich es immer allen Recht machen muss. Immer. Allen. Ich selbst bin dabei egal. 
Wenn ich irgendwo zu Gast bin und Durst habe, frage ich nicht nach einem Glas Wasser, was wohl das normalste auf der Welt wäre. Nein, es könnte dem Gastgeber ja Umstände bereite. Ich könnte als gierig gelten. Als unverschämt. Als unhöflich. Wenn sich im Zug jemand neben mich setzt, rücke ich soweit wie möglich an die Seite. Nein, nicht weil ich Angst vor der Person habe, sondern damit die Person möglichst bequem sitzt. Möglichst viel Platz hat. Ich könnte sonst als egoistisch gelten. Als rücksichtslos. Ich stelle alle meine Bedürfnisse hinter die der anderen. Fast ausnahmslos. Soweit hab ich das kapiert. 
Aber was hilft mir diese Erkenntnis? Zu wissen, dass ich verrückt oder krank bin? Ich meine, das ist doch wirklich nicht normal oder? Ich wüsste einfach nur so verdammt gerne, warum ich mich so verhalte, warum ich das tue, warum ich meine Bedürfnisse so vernachlässige, nur um vor anderen gut dazustehen. Habe ich solche Versagensängste? Das blöde ist, sie äußern sich ja gar nicht wirklich als Versagensängste. Ich habe nicht Angst davor, zur versagen. Das ist alles eher diffus, unbewusst. Die diffuse Angst vor allem. Sehr hilfreich.
Und dann denke ich wieder daran, ob ich nicht zu einem Therapeuten sollte. Um all das zu erfragen, warum ich so handle, was mit mir los ist, was ich anders machen kann. Aber der Gedanke an Therapie klingt inzwischen soweit weg. Es ist doch schon "so lange" her, dass ich eine hatte. Und eine brauchte. Ich brauche doch keine mehr, mir geht es gut. Ich studiere, ich versteh mich super mit den anderen... Und dann sind da aber immer wieder die Probleme von oben. Aber in den nächsten anderthalb Jahren kann ich keine Therapie anfangen. Solange geht das Studium noch. Das muss ich jetzt erstmal durchziehen. 

Seht ihr, jetzt ist doch ein Post draus geworden. Und es würden mir noch tausende Gedanken dazu mehr einfallen. Aber es tut so gut, sich das alles von der Seele zu schreiben. Seine Gedanken, wenn auch völlig ungeordnet, sichtbar zu machen und aufzuschreiben. Dass meine innersten Gedanken jetzt von mehr als 400 Leuten gelesen werden können, verdränge ich am besten mal :D Mir tat das gerade gut, auch wenn es mich der Lösung nicht näher bringt.

Vielleicht hat ja jemand von euch Tipps für mich. Oder es geht jemandem genauso. Das würde mich sehr interessieren.

Ich muss jetzt schleunigst ins Bett, sonst muss ich morgen wieder im Zug schlafen vor lauter Schlafmangel.
Gute Nacht meine Lieben!

8 Kommentare:

  1. danke liebes! :*
    aber ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich schlanker aussehe, denn ich bin 10cm kleiner als du. ich bin nur lächerliche 1.56m klein!

    ich habe zwar keine ahnung davon, geschweige denn tipps, aber ich will dich wissen lassen, dass es mir genauso geht! ich kann nicht vor anderen leuten essen. ich habe ständig diese panischen gedanken wie du. du bist also nicht allein <3

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  2. ach so, das layout ist von www.blogskins.com :) da gibts ganz viele tolle für die alte vorlage!

    <3

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  3. Heey du! Schön geschrieben! Teils konnte ich das echt nachvollziehen und teils hat es mich an den Film 'extrem laut und unglaublich nah' erinnert (bei dem jungen ist das mit den Ängsten echt extrem, denke auch man kann das nicht wirklich vergleichen - trotzdem echt schöner Film! )

    Und wenn dir das schreiben so gut tut, dann mach es so oft wie möglich und so ausführlich wie möglich. Und wenn du dir das alles dann durch liest, kommt dir DIE Lösung ja vielleicht von ganz allein !

    Und vertraue dir... ich schätze mal du bist 1.65 oder größer? Und da sind 54 kg nicht Fett :) !

    Scheinst ein gutes Mädchen zu sein. Schreib weiter wenn es dir hilft. Falls nicht kannst du ja mit so aussagekräftigen Posts wie dem hier zum Therapeuten?

    Du packst das!

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  4. Schön, mal wieder von dir zu lesen ;) Klingt ein bisschen nach meinem Freund. Der muss es auch immer allen recht machen und vermeidet auch gern unangenehme Situationen. Der ist jetzt in Therapie und es wird ganz langsam besser.
    Vielleicht solltest du da wirklich mal drüber nachdenken ;)

    LG
    Jessy

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  5. Das mit dem Essen im Zug/Bus geht mir ganz genauso. Ich ertrage es nicht, wenn ich mit Bäckertüten oder so rascheln würde. Dass dann jemand zu mir herschaut und mich beobachtet beim Essen. Ich sehe bestimmt dämlich aus. Ich beobachte ja selbst immer Leute, die im Bus essen.

    Ich esse so gut wie NIE in der Öffentlichkeit. Ist mir gerade erst bewusst geworden, beim Schreiben des Kommis :o

    Jedenfalls, schön, dass du wieder da bist. Hoffe, du schreibst wieder mehr :)

    Hab leider keine genialen Tips für dich, mir gehts oft ähnlich :/

    Alles Liebe, dennoch,

    Libby

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  6. Es freut mich sehr, dass dich mein Kommentar ein wenig aufgebaut hat :)
    Vielleicht solltest du mit deiner Schwester reden?

    Oh man, wie kompliziert.
    Ich würde aber auch nie im Bus essen oder generell in Restaurants mache ich das so etwas von ungerne!
    Ich frage aber auch nicht ob ich etwas zu trinken haben kann :o
    Das ist normal... oder nicht ungewöhnlich. Jedenfalls bist du da nicht die einzige.
    Tipps kann ich dir da leider auch nicht geben.
    Hoffe, du hattest eine erholsame Nacht ;D

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  7. Ist mein kommenatr angekommen? :O

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  8. Oh, wow! Ich war gerade so überrascht ein Kommentar von dir zu lesen :)
    Ja, ich fand das auch echt unfair. Das war reine Schikane, aber da macht man einfach nichts dran. Nächstes Mal dann eben ;)

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