Ich war schon ewig nicht mehr hier. Und ehrlich gesagt denke ich zur Zeit auch nicht oft an "diese Welt hier". Ich kann nicht mehr mit vollstem Herzen behaupten, dass Abnehmen mein größtes Ziel wäre. Ja, ich möchte gerne noch abnehmen, dünner werden. Irgendwann mal. Es ist irgendwie alles in die Ferne gerückt. Ich denke nicht mehr nach beim Essen. Kalorien zähle ich sowieso nicht. Ich schreibe zwar noch alles auf was ich esse.. Aber beim Aufschreiben bleibt es dann auch, ich beschäftige mich nicht weiter damit. Mal schaue ich in den Spiegel und finde mich zumindest schlank. Mal finde ich mich zu dick. Aber es beeinflusst mein Denken nicht weiter großartig.
Man könnte behaupten, dass sei alles großartig. Ich sei nun
Das Durchschauen eurer Blogs hat mich ein wenig getriggert. Bilder von dünnen Mädchen, Knochen, Rippen.. Eine leise Sehnsucht flammte in mir auf. Das Erinnern an einen Traum. Aber auch das ganze Negative eurer Blogs, das Dunkle, die Einsamkeit, die Depression, hat mich in gewisser Weise getriggert. Als wollte ich in diese dunkle Welt von damals wieder zurück. Denn in dieser Welt kannte ich mich aus. Sie umgab mich, schütze mich. Auch wenn sie nicht gut war, ich fühlte mich geborgen, war sie doch so gewohnt. Ich habe Angst vor Neuem und sehen mich nach Beständigkeit. Und eigentlich will ich nicht in die dunkle Welt zurück, sondern nur das Gefühl der Geborgenheit wieder spüren. Was hat die Zukunft schon zu bieten? Außer Unsicherheit und Ungewissheit? Auch wenn die Angst jetzt nicht mehr auf schwarzem, sondern auf beinahe weißem Papier geschrieben wird, ist es immer noch Angst. Angst die einen lähmt und unfähig macht zu handeln. Aber ich werde älter und habe das Gefühl, auch mehr Selbstvertrauen aufzubauen. Wenigstens ein bisschen.
Selbstbewusstsein habe ich keins. Ich bin mir nicht bewusst, weiß nicht wer ich bin, was ich kann. Je länger ich in den Spiegel schaue, desto fremder werde ich mir. Je länger ich über mich nachdenke, desto weniger weiß ich. Ich traue mir wenig zu. Ich habe Angst, in knapp zwei Jahren fertig mit dem Studium zu sein und dann in die echte Welt entlassen zu werden. Ich werde mit echten Kunden zusammen arbeiten. Aber wie soll ich es ihnen recht machen? Woher soll ich wissen was richtig und was falsch ist? Ich bin dann die Fachfrau, ich muss es ja wissen. Aber ich weiß nichts. Bin unsicher, so verdammt unsicher. Der Perfektionismus und die Angst zu versagen lähmt alles, bis ich gar nichts mehr weiß, gar nichts mehr entscheiden kann. Ich stehe jetzt schon eine Ewigkeit im Supermarkt, nur um mich für ein Produkt zu entscheiden. Wenn ich mich überhaupt entscheide und es nicht alles wieder zurück lege. Was ist günstiger? Was ist besser? Was sieht besser aus? Was ich nützlicher? Ist es sinnvoll? Werde ich es benutzen? Brauche ich es? Oder doch das andere? Doch das günstige? Scheiße! Ich will es allen Fragen recht machen, ich will es mir recht machen. Was ist wenn ich mich falsch entscheide, es doch das falsche Produkt war? So kann ich mich nie entscheiden. Ich kann nie sagen, ach scheiß drauf, nimm irgendwas. Erdbeereis, oder Zitrone? Und wenn es nicht schmeckt und das Blaubeereis besser gewesen wäre? Scheiße man. Wie soll das im Job werden?
Woher soll ich wissen wie ich bin, welche Stärken ich habe?! Ich bin mir nicht bewusst, ich nehme mich nicht war. Ich kann Gefühle nicht zuordnen. Ich kann Eigenschaften bei anderen nicht zuordnen. Ich kann Dinge nicht einschätzen und nicht beurteilen. Ich habe keine Meinung. Mir fehlen die Worte, die Verknüpfung zwischen Empfindung und Wort. Wie lernt man sowas? Warum habe ich das nicht gelernt?
Ich weiß nicht wer ich bin und will trotzdem anders sein. Ich will so sein wie all die dünnen Mädchen auf der Straße. Ja, ich schaue ihnen hinterher, ich beobachte sie heimlich, betrachte sie, beneide sie, all die dünnen Menschen. Überlege mir, dass ich das auch haben könnte. Ich könnte wieder die alte Disziplin haben, die alte Kontrolle über mich...
Ist das nicht auch alles gestört? Wie kann man so denn gesund sein? Bin ich krank, oder ist diese Gesellschaft, dieses Umfeld einfach nur so unendlich krank? Dann muss man sich eben anpassen. Auch krank werden. Und wenn alle krank sind, ist das dann schon wieder normal?
Ich bin durcheinander. Wollte euch eigentlich nur ein kleines Update geben, wurde aber irgendwie eher eine kleine Selbstanalyse. Gewicht letzte Woche war bei 52,8. Keine Ahnung was das heißt. Ich bin völlig übermüdet und muss ins Bett.
Ich wünsche euch allen alles Liebe, macht das Beste draus, aus was auch immer.
Gute Nacht.

Vielen Dank für das Kompliment, das bedeutet mir viel. <3
AntwortenLöschenSchön, Dass du auch wieder schreibst!
-- Und das mit dem Tattoo ist eine sehr gute Idee, leider hat man den Fuß nicht ständig im Blickfeld, vielleicht würde das dich mehr "pushen"...
Alles Liebe, Phoebe
Nietzsche sagte mal: "Den Erschöpften lockt das Schädliche." - vielleicht fehlt dir etwas, oder es gibt etwas in deinem Leben, das dir Kraft raubt. Das Sehnen nach Schwärze hat immer einen Grund.
AntwortenLöschenUnglaublich gut geschrieben und ich kann mich daran grad so dermaßen wiederfinden..
AntwortenLöschenDu wirst deinen Weg ganz bestimmt finden :)
Hey,
AntwortenLöschenja ich würde dich einladen, aber dafür musst du mir deine E-Mail Adresse hinterlassen. :)
Morgen kommt ja auch das angekündigte Video. Ich poste dort aber eher selten.
Bist eingeladen. :)
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